Seiten

Labels

Samstag, 13. November 2010

Über unser Projekt hinaus

ein interessantes Projekt...

LIEBE GESCHRIEBEN

Feldpostbriefe zwischen Soldaten und ihren Ehefrauen, Brautbriefe an die Verlobte oder die schriftlichen Zeugnisse einer heimlichen Affäre: Am Institut für Geschichte befasst sich ein Team um Christa Hämmerle mit Paarkorrespondenzen aus der Zeit zwischen 1870 und 1970. Die Wissenschafterinnen untersuchen, auf welche Weise in den Briefen Liebe zum Ausdruck kommt und wie Beziehungen bzw. Geschlechterpositionen – schreibend – ausverhandelt werden. Erste Leseeindrücke: Frauen- und Männerrollen stehen darin häufig zur Diskussion, und Sexualität wird erstaunlich offen thematisiert.

Seit 1991, dem Gründungsjahr der "Sammlung Frauennachlässe", finden immer mehr private Quellen zu den Lebensgeschichten von Frauen aus diversen Schubladen und Dachböden ihren Weg an die Universität. Die Sammlung, die an der von Edith Saurer geleiteten Forschungsplattform "Neuverortung der Frauen- und Geschlechtergeschichte im veränderten europäischen Kontext" beheimatet ist, soll der Dokumentation und Analyse solcher Nachlässe dienen - etwa in Hinblick auf die dort archivierten Frauentagebücher oder das Thema Migration. In enger Verbindung mit der Forschungsplattform bearbeiten die Historikerinnen um Christa Hämmerle nun Paarkorrespondenzen, die in erster Linie aus diesen umfangreichen Beständen stammen.

...
auf:
http://forschungsnewsletter.univie.ac.at/index.php?id=89833&tx_ttnews[tt_news]=21671&tx_ttnews[backPid]=89832&cHash=7ed7d5d9da03481661b41e9cc6472a18

A Döner Love Story

Wir waren jung. Wahrscheinlich zu jung. Du warst zart, feurig scharf und immer feucht. Und du warst austauschbar. Ich konnte dich vernaschen und bereits wenige Minuten später die nächste vor mir haben, die genau so war wie du. Wir waren wild und haben immer eine riesengroße Schweinerei angerichtet. Noch Tage später fand ich deinen Saft an meiner Kleidung. Die Servietten halfen auch nicht. Ich kann mich noch genau erinnern als ich dich das erste Mal sah. Wie du mich durch das Schaufenster verführerisch angelächelt hast. Ich wollte dich vom ersten Augenblick an. Ich wollte meine Zunge über jeden Winkel deiner himmlischen Existenz gleiten lassen und dich nie wieder loslassen. Und dann hast du mir das Herz gebrochen. Ich weiß, du hast mich gewarnt. Du sagtest du würdest dich nicht so frisch fühlen. Doch ich sehnte mich nach dir. Drei Mal hintereinander. Ich konnte nicht genug von dir kriegen. Du begannst schon auseinander zu fallen und trotzdem hörte ich nicht auf. Es war die pure Leidenschaft! Und dann hast du dich nicht mehr bei mir gemeldet. Ich wurde wütend. Ich war krank vor Liebe und verließ tagelang nicht mein Bett. Ich wusste ich hatte etwas falsch gemacht. Es war nicht deine Schuld. Hätte ich damals gewusst, dass es mehrere Jahre dauern würde bis ich dich wiedersehe hätte ich wahrscheinlich anders gehandelt. Dafür möchte ich mich entschuldigen. Als wir uns vor ein paar Jahren wieder begegneten war die Situation zugegebenermaßen etwas angespannt. Ich wusste nicht wie ich reagieren sollte. Du hast getan als wäre nichts gewesen. Du sahst gut aus. Der Umzug hatte dir gut getan und an deinem Äußeren hattest du auch etwas verändert. Du warst erwachsen geworden und mittlerweile auch in der ganzen Stadt bekannt. Du hast vor Selbstbewusstsein gestrotzt. Als ich dich dann endlich wieder festhalten konnte war es jedoch als wäre ich der einzige Mensch auf der Welt der dich wirklich kennt und versteht. Ich war von Anfang an dabei. Und ich würde bis zum Ende bei dir bleiben...

Montag, 8. November 2010

zur Wissenschaftlichkeit von Kunst

anhand eines konkreten Beispiels.
im DEPOT,
Breite Gasse 3 (
1070 Wien),
http://www.depot.or.at

Dienstag, 9. November, 19.00

Dr.in Kunst
Podium

Bis 2009 war es an den Kunstuniversitäten in Österreich nur möglich, theoretische Doktorarbeiten zu schreiben. Voriges Jahr wurde an der Kunstuniversität Graz, erstmals in Österreich, das künstlerische Doktoratsstudium zum „Dr. Artium“ eingeführt und mit Oktober 2010 trat an der Wiener Akademie der bildenden Künste der Studienplan für den „Doctor of Philosophy in Practice“ in Kraft. In der anhaltenden Diskussion um das post-graduale Studium künstlerisch-wissenschaftlicher Forschung stehen die Fragen nach der Notwendigkeit einerseits und der Wissenschaftlichkeit von Kunst andererseits im Mittelpunkt.

Wolfgang Hattinger, Universität für Musik und darstellende Kunst Graz
Susi Krautgartner, ÖH, Studienvertretung Doktoratsstudien
Robert Pfaller, Universität für angewandte Kunst Wien
Johanna Schaffer, Akademie der bildenden Künste Wien
Moderation: Christa Benzer, Kunstkritikerin, springerin

Mittwoch, 3. November 2010

Super Mario Love Story

Gulasch alle miteinander! Habe mir fest vorgenommen jetzt zum Endspurt (Najaaaaa....es sind ja doch noch drei Wochen!) ein bißchen aktiver zu werden. Zumindest virtuell, da ich leider berufsuntätig bin und im echten Leben nicht so viel Zeit für unser Projekt habe wie ich das gerne hätte.

Habe was lustiges gefunden, dass vielleicht jemanden "inspiriert" (oder auch einfach unterhält.) Ich finds süß. Es ist eine Super Mario Foto "Love Story"! (Sehr politisch das Ganze!)

Zu finden unter:

http://www.sparklingseahorse.com/MarioWorld/html/01.htm

<3 Paule

Montag, 1. November 2010

einladungen

wir haben uns für 3 versionen entschieden (neben der allgemeinen information zur ausstellung)

1)
vorderseite:
der gelöschte wikipedia-eintrag

rückseite:
Hello Dear_I came here to look for my second half, my soul mate, my friend. It is_interesting to tell about myself to you, as I haven’t seen you ever before._But I feel something inside. I feel like a little sign of hope that I am not_doing this in vain. I feel that you have the friendly soul to mine._What I want to find is Love. Yes, Love from the big letter. Love demands_everything – to present yourself, your soul to the other person. I want to_do this. I want to learn you better. If you want the same, I will be very_glad. I want to meet you and spend life with you together. I want to comfort_your heart with tenderness and care. Maybe our souls belong each other. If_you want to find that you, please write me here (removed email address) _hugs_Vivian



2)
vorderseite:
die teebeutel-herzen

rückseite:
Ein Freund schrieb letzte Woche einen Brief an seine verflossene Freundin, die seit einigen Monaten wieder ans andere Ende der Welt gezogen war . Er ging dazu in ihr ehemaliges Stammlokal, setzte sich an denselben Tisch, an dem er so oft mir ihr gesessen hatte und schrieb in schönster Handschrift auf Büttenpapier, dass er allen Kontakt mit ihr abbrechen müsse, weil dieser zu schmerzhaft für ihn sei, da er sie immer noch liebe.
Diesen Brief scannte er ein und sendete ihn an sie per Mail.



3)
vorderseite:
erzählungskurve, modifiziert

rückseite:
A ist in einer bestehenden Beziehung mit C aber C ist nicht nett, A&B lernen sich kennen, der soziale Unterschied zwischen A&B ist groß, zwischen A&C nicht, A entscheidet sich trotzdem für B, Katastrophe, B stirbt, A überlebt
usa, 1998, 194 min

A trifft auf B, B&A kennen sich von früher, hatten eine Liebschaft, B wurde von A verlassen, den Grund kennt B nicht: A war zu dem Zeitpunkt schon mit C verheiratet, hat aber geglaubt C sei tot, als A entdeckt dass C noch lebt, verlässt A B; aber A liebt B noch immer, beide wollen gemeinsam fortgehen, B entscheidet aber zu Gunsten eines höheren Ziels dass A mit C gehen muss
usa, 1942, 102 min

A lernt B kennen, der soziale Unterschied ist groß, A taucht in Bs Welt ein, B ist fasziniert von As Andersartigkeit, will sich aber trotzdem nicht zu A bekennen, A trennt sich deshalb von B, B besinnt sich und kriegt A zurück
usa 1990, 119 min
ist zwar nicht von mir, aber könnte ganz nett sein, wenn man das mit mehreren motiven macht.

text einladung

hey,
hab ein bisschen überlegt zum text für die einladungskarte und hab mich an die wunderbaren spam e-mails erinnert, die immer wieder in meinem posteingang landen.
hier mal ein vorschlag:

Hello Dear
I came here to look for my second half, my soul mate, my friend. It is
interesting to tell about myself to you, as I haven’t seen you ever before.
But I feel something inside. I feel like a little sign of hope that I am not
doing this in vain. I feel that you have the friendly soul to mine.
What I want to find is Love. Yes, Love from the big letter. Love demands
everything – to present yourself, your soul to the other person. I want to
do this. I want to learn you better. If you want the same, I will be very
glad. I want to meet you and spend life with you together. I want to comfort
your heart with tenderness and care. Maybe our souls belong each other. If
you want to find that you, please write me here (
removed email address)
hugs
Vivian

Donnerstag, 28. Oktober 2010

über das erzählen einer geschichte...



Struktur einer Liebesgeschichte


Storytelling: Plot Point

http://storyfix.com/story-structure-a-kinder-gentler-first-plot-point

I thought I was in love. Her name was Tina. We’d been dating about a month, and things were ramping up on all levels. I met her friends. She met mine. We shared our dreams. We liked the same things. Sexual chemistry ensued.

It was the first act of our emerging love affair. And then everything changed. Subtly. Seemingly without significance. But it completely altered my Tina journey.

We were walking in a park. Hand in hand, the whole sappy visual. I made some reference to the future, assumptively so. I saw her expression shift, her eyes grow distant.

And she said, “If I’m around, that is.” And she wasn’t kidding.

From that point forward, everything changed. My quest had a different context, a new goal. I had an obstacle to overcome, and it was my own inner demons that stood in my way.

Tina was gone a month later.

Life is a story sometimes. And even then, it has story architecture. I thought I was in love. Her name was Tina. We’d been dating about a month, and things were ramping up on all levels. I met her friends. She met mine. We shared our dreams. We liked the same things. Sexual chemistry ensued.

It was the first act of our emerging love affair. And then everything changed. Subtly. Seemingly without significance. But it completely altered my Tina journey.

We were walking in a park. Hand in hand, the whole sappy visual. I made some reference to the future, assumptively so. I saw her expression shift, her eyes grow distant.

And she said, “If I’m around, that is.” And she wasn’t kidding.

From that point forward, everything changed. My quest had a different context, a new goal. I had an obstacle to overcome, and it was my own inner demons that stood in my way.

Tina was gone a month later.

Life is a story sometimes. And even then, it has story architecture. I thought I was in love. Her name was Tina. We’d been dating about a month, and things were ramping up on all levels. I met her friends. She met mine. We shared our dreams. We liked the same things. Sexual chemistry ensued.

It was the first act of our emerging love affair. And then everything changed. Subtly. Seemingly without significance. But it completely altered my Tina journey.

We were walking in a park. Hand in hand, the whole sappy visual. I made some reference to the future, assumptively so. I saw her expression shift, her eyes grow distant.

And she said, “If I’m around, that is.” And she wasn’t kidding.

From that point forward, everything changed. My quest had a different context, a new goal. I had an obstacle to overcome, and it was my own inner demons that stood in my way.

Tina was gone a month later.

Life is a story sometimes. And even then, it has story architecture.

Montag, 25. Oktober 2010


hier noch ein literaturtipp für Ihr projekt:

Paul Verhaeghe:
Liebe in Zeiten der Einsamkeit. Wien, Turia & Kant, 1998

Die wahrscheinlich beste Darstellung aktueller psychoanalytischer Theorie
von Liebe, Sexualität, Begehren, Trieb.

Beste Grüße
Robert Pfaller

Montag, 18. Oktober 2010

eine sternstunde



richard david precht in den sternstunden der philosophie (auch) über die liebe

Alternative Formen von liebe..?

auch interresant zum thema rollenbilder:

http://www.stern.de/digital/computer/dating-spiele-in-japan-im-paralleluniversum-der-virtuellen-liebe-1613950.html

Samstag, 16. Oktober 2010

Literaturliste

Hallo, hier Liteartur zum Thema:

Roland Barthes, Fragmente einer Sprache der Liebe. 1977

Elisabeth Bronfen, Liebestod und Femme fatale. Der Austausch sozialer Energien zwischen Oper, Literatur und Film. 2004

Julia Kristeva: Geschichten von der Liebe

Juli Carson, Exil des Imaginären. Politik Ästhetik Liebe. 2007

Juli Carson, Art. Sublimation or Symptom.

Anne Marie Freybourg, Bilder lesen. Visionen von Liebe und Politik bei Godard und Fassbinder. 1996

Doris Guth, Heide Hammer (Hg.), Love Me Or Leave Me. Liebeskonstrukte in der Populärkultur. 2009

Carl Hegemann, Plädoyer für die unglückliche Liebe. Texte über Paradoxien des Theaters 1980 – 2005. 2005

Eva Illouz, Gefühle in Zeiten des Kapitalismus. Adorno-Vorlesungen 2004. 2006

Eva Illouz, Der Konsum der Romantik. Liebe und die kulturellen Widersprüche des Kapitalismus

Julia Kristeva, Geschichten von der Liebe. 2002

Alexander Kluge, Das Labyrinth der zärtlichen Kraft. 166 Liebesgeschichten. 2010

Niklas Luhmann, Liebe als Passion. Zur Codierung von Intimität. 1982

Niklas Luhmann, Liebe. Eine Übung. 1969

Niklas Luhmann über die Liebe. Beitrag in der FAZ vom 13. Oktober 2008

René Pollesch, Fantasma. Programmheft zur Aufführung im Akademietheater 2009

René Pollesch, Liebe ist kälter als das Kapital. Stücke Texte Interviews. 2002

Gilles Deleuze, Abécédaire (2010 in dt. Fassung)

Alexander Kluge, Nachrichten aus der ideologischen Antike. Marx – Eisenstein – Das Kapital

Jean-Luc Godard, Eloge d’amour (2001)

Rainer Just : Gegen die Liebe

Octavio Paz : Die doppelte Flamme

Donnerstag, 14. Oktober 2010

filminput

viktor kossakovsky: I LOVED YOU ... (THREE ROMANCES), 102 min, 2000
weitere infos unter
http://www.sredafilm.com/1_films/ilovedyou/ilovedyou.html

-hat uns schon wieder marlies geflüstert

About Love!


Michael Hardt. About Love. 2007 1/6 (die anderen Teile sind bei youtube)


hat Marlies gefunden--

Dienstag, 12. Oktober 2010

Morgen Dienstag den 12. Oktober um 15.00 Uhr


Vortrag von David Goldenberg zum

--------- Thema "post autonomy" in der Kunst -----------------

In der KKP-Klasse (Altbau 2.Stock) auf der Angewandten.


Alle Interessent_innen sind herzlich eingeladen zu kommen und andere mitzubringen - die Veranstaltung ist öffentlich.


David Goldenberg

is a London based independent artist, curator and writer

Goldenberg’s Material can be found in the Thames and Hudson books "Installation art" and “New media in late 20th century art" .

Most most recently he initiated a movement called Post Autonomy. A central part of Post Autonomy is the Post Autonomy website, which functions as a research instrument into the concept of Post Autonomy. Post Autonomy reflects the state of contemporary art. A meeting place and hub for discussion and exchange about ideas that extend the understanding of Post Autonomy. Post Autonomy stems from the idea that modern art, as a researchor understanding of autonomy, has reached its limits in comprehending autonomy. In that respect art can be seen to have exited autonomy. What comes after Autonomy in art can be discussed by Post Autonomy. Using a practice-orientated analysis of cultural, social, and political forces the aim is to develop a new mental framework out of which art can be reinvented. www.postautonomy.co.uk

Freitag, 8. Oktober 2010

selbstreflexive serienbilder



„Was Sie Liebe nennen, ist von Leuten wie mir erfunden worden, um Strümpfe zu verkaufen."
Don Draper in Mad Men

noch mehr theorie

eine relevante VO an der Akademie immer am Dienstag, 14:30-16:00, Doris Guth: Gender 2/Liebe in der Populärkultur

>> Romantische Liebesideale, die mit heterosexuell, monogam, in höchstem Masse subjektiviert beschrieben werden können, dominieren nach wie vor unsere Vorstellungen von Liebe und unsere Liebespraxis. Dass auch dieses Konzept von Ambivalenzen und Ambiguitäten durchzogen ist, zeigt uns der konkrete Alltag. Die Herausforderungen der täglichen Lebens- und Liebessituationen werden konfrontiert mit Bildern aus dem medialen Alltag, die Teil unserer Vorstellungswelten von Liebe geworden sind. In diesem reziproken Verhältnis von persönlichen Beziehungen und öffentlichen Darstellungsweisen können Spielräume des Wünsch-, Denk und Mitteilbaren erfasst werden.
Im Rahmen der Lehrveranstaltung steht die Repräsentation der Liebe in populär-kulturellen Feldern wie Medien (Lifestyle-Zeitschriften), Filmen, Werbung u.a. im Zentrum: Inwieweit werden Idealvorstellungen von Liebe entworfen? Wie wirken sich diese Vorstellungen auf Diskurse und auf die Identitäten von Männer und Frauen aus? Inwieweit unterlaufen mediale Bilder normative Diskurse? Welche geschlechterdifferenten Positionen werden im Feld der Liebe und des Begehrens durch Repräsentation in den visuellen Medien und der Popmusik konstruiert bzw. dekonstruiert? Wie gestaltete sich das Spannungsfeld zwischen Subjekt und Gesellschaft – zwischen individueller Glückversprechung und Selbstverwirklichung einerseits und idealisierten Vorstellungen romantischer Liebe, normierter Liebespraktiken und etablierter Geschlechterordnung andererseits? Inwieweit haben zur romantischen Liebe alternative (queere, polyamoreuse) Konzepte Platz in der Populärkultur?

die süßen schmerzen


auch ein interessanter zugang zu unglücklichen liebesgeschichten:
sophie calle: exquisite pain

Montag, 4. Oktober 2010

theoretischer unterbau

Die Apostrophe der Liebe

Eine Vortragsreihe über andere politische Räume für zeitgenössischen Tanz und Performance

Könnte die Liebe – unaussprechbar wie sie ist – noch als politische Ressource gelten? Als Ressource für Mit-Teilung, für ein geteiltes Zwischen? Die Liebe als bedingungslose Apostrophe (= Ansprache) des Anderen? Als bedingungslose Adressierung, die keineswegs die Distanz zum Anderen neutralisiert, vielmehr gerade über die markierte Leerstelle, den Apostroph, das Auslassungszeichen Ansprache ermöglicher?

Ist „die Liebe als Ereignis der Freiheit“ (Jean-Luc Nancy) zu denken, sofern sie Mächte und Präsenzen als vakante, ausgelassene zeichnet? Müssen wir dann, „beunruhigt vom Denken der Liebe“, so Nancy, „die Verteilung oder die Partitur vorausgesetzter ‚öffentlicher’ und ‚privater’ Sphären sowie die Bestimmung des ‚Politischen’ selbst von Grund auf überdenken“? Gerade aufgrund der Grundlosigkeit der Liebe, in deren Aporien wir erst unsere Singularität antreten?

Und inwiefern korrespondiert das Choreographische wiederum – selber eine stets neue, hinterfragende Verteilung oder Partitur vorausgesetzter öffentlicher und privater Sphären – mit den singulären, voraussetzungslosen, von der Liebe beunruhigten Neuanordnungen? Inwiefern schreiben sich zeitgenössischer Tanz und Performance in diese „liebevoll potenziellen“ (Gilles Deleuze) Apostroph-Räume des Politischen ein, um sie anders anzusprechen, zu apostrophieren?

Vortrag von Marcus Steinweg (D)

APORIEN DER LIEBE

Fr 22.Okt.
18.00 h in TQW / Studios

(Eintritt frei)

Zur Liebe gehört eine Präzision, die ihrer Blindheit geschuldet bleibt. Man liebt nicht aus guten Gründen, eher beginnt man auf eine Unbestimmtheit zu setzen, die die Kontingenz der Begegnung mit der Blindheit der Entscheidung und der Inkommensurabilität des Anderen vereint. Kontingenz, Blindheit, Inkommensurabilität konstituieren die Indefinität einer Liebe, die ohne Garantien auskommen muss. Statt den Anderen auf die Egoität zu reduzieren, verneint sie die Möglichkeit solcher Reduktion, indem sie seine Andersheit als Überschuss begreift.


Vortrag von Jean-Luc Nancy (F)

Rühren, Berühren, Aufruhr

Sa, 6. Nov.
18.00 h in TQW / Halle G

(Eintritt frei)

Allein ein getrennter Körper kann berühren. Ein Körper, von anderen getrennt. Sein Rühren, seine Mobilität, seine Gespanntheit nach Außen, sein Tanz - punktuell und vibrierend zugleich - kündigt die Begegnung an: als Kontakt. Der Kontakt annulliert die Separation nicht, im Gegenteil. Mein ganzes Wesen ist Kontakt, mein ganzes Wesen ist berührt/berührend.

Die erste Bedeutung des Wortstamms ruhr war Liebeslust und sexuelle Lust. Das Spiel und der Rhythmus des Taktilen sind das Rühren eines Begehrens, vielleicht das Begehren selbst. Denn gibt es ein Begehren, das nicht das Rühren, die motion/émotion begehrt?


Vortrag von Katherina Zakravsky (A)

Beliebigkeit oder die Liebe als Ereignis

Fr 10. Dez.
18.00 h in TQW / Studios

(Eintritt frei)

Obwohl die “Liebe” zu den beliebtesten Tauschmitteln der zeitgenössischen Gesellschaft gehört, folgt sie doch einer sehr engen Definition. So glaubt man landläufig zu ihr gehörten zwei, und diese zwei mögen einer Spezies angehören, allerdings von verschiedenem Geschlecht sein. In der Geschichte des Denkens aber, also da, wo man es am wenigsten erwartet, ist die Liebe unter dem Titel des „Eros“ Einsatz in einem kosmischen Spiel.

Jean-Luc Nancy sah die Liebe als das „Unmögliche“; ich will sie als Ereignis beschreiben, das zwischen Reichtum und Armut je eine Welt eröffnet, in der wir uns intelligent bewegen können. Ereignis, Spiel, Bewegung – diese im zeitgenössischen Tanz zentralen Begriffe werden also zu ihrer eigenen Überraschung von der Liebe durchquert.


Diese Vortragsreihe über andere politische Räume für zeitgenössischen Tanz und Performance wird monatlich während der Saison 2010/2011 weitergeführt.

Freitag, 23. Juli 2010

Norbert Elias über Interdiszilpinarität

Auf dem gegenwärtigen Stand der (...) Theorie-Entwicklung ist die Verzahnung der Teilaspekte der Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen noch nicht recht klar. Die biologischen, die psychologischen und die soziologischen Aspekte dieser Entwicklung sind Gegenstand verschiedener, getrennt arbeitender Fächer. Die Fachleute stellen sie dementsprechend gewöhnlich als getrennt existierend vor. Die eigentliche Forschungsaufgabe ist dagegen die Erfassung und Erklärung der Verzahnung und Verwobenheit dieser Aspekte im Prozeß und deren symbolische Repräsentation in einem theoretischen Modell.

Norbert Elias

Montag, 12. Juli 2010

Fragmente einer Sprache der Liebe


roland barthes text in der zürcher inszenierung von jarg patakis (theater am neumarkt, 2008)

Freitag, 9. Juli 2010

gelesen

"(...) leon sehnte sich auf der stelle die grabesruhe herbei; eines abends habe er sogar schon sein testament verfasst und angeordnet, dass man ihn in der schönen, mit samt eingefassten fußdecke beerdigen solle, die er von ihr erhalten habe; denn sie wünschten im nachhinein, dass es so gewesen wäre: beide malten sich ein ideal aus, nach dem sie sich jetzt ihr vergangenes leben zurechtrückten. überdies sind worte ein walzwerk, das die gefühle immer platt macht."
gustave flaubert, madame bovary

Exposé

Welche Bilder von Liebe haben wir, welche stellen wir her? Wie verändert sich die Liebe und ihre Wahrnehmung durch Narration?
Hier dominieren zwei Ebenen der Auseinandersetzung, auf denen Liebesgeschichten diskutiert werden sollen: Einerseits die strukturell-gesellschaftliche, auf der anderen Seite die persönliche. Dabei wird auch die Verknüpfung relevant, d.h. die Übersetzung aus dem einen Bereich in den anderen. Dem zugrunde liegt die Frage wie einzigartig Liebesgeschichten sind, wo es Muster und Überschneidungen gibt und in wie weit Liebe ein individueller Prozess ist. Insbesondere interessiert uns dabei das Thema der Narration: wie formiert das Sprechen von Liebe die Liebesgeschichte? Ordnen wir unsere Liebeserfahrungen den Erzählstrukturen der Liebesgeschichte unter? Welche Typologien der Erzählung über die Liebe gibt es?